Ausbilderschein (AEVO): Kosten, Dauer und Ablauf der Prüfung

Wer in Deutschland Lehrlinge ausbilden möchte, braucht den Ausbilderschein – offiziell die "Ausbilder-Eignungsprüfung nach AEVO" (Ausbilder-Eignungsverordnung). Die Prüfung wird bei der IHK oder HWK abgelegt und ist gleichzeitig Teil IV der Meisterprüfung. Für viele ist es die erste IHK-Prüfung – und der Einstieg in die pädagogische Weiterbildung.

Wer braucht den Ausbilderschein?

Ausbilderschein (AEVO): Kosten, Dauer und Ablauf der Prüfung

Jeder Betrieb, der Auszubildende einstellt, muss mindestens einen Ausbilder mit AEVO-Qualifikation haben. Der Ausbilderschein ist also Pflicht für:

  • Betriebsinhaber, die ausbilden möchten
  • Angestellte, die als verantwortliche Ausbilder benannt werden
  • Meisteranwärter (Teil IV der Meisterprüfung)

Auch wer nicht zwingend ausbilden muss, profitiert: Der Ausbilderschein zeigt pädagogische Kompetenz und Führungsqualität – das wird von Arbeitgebern geschätzt.

Inhalte der AEVO-Prüfung

Die Prüfung deckt vier Handlungsfelder ab:

  1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen: Eignung des Betriebs, rechtliche Grundlagen, Ausbildungsordnungen
  2. Ausbildung planen: Ausbildungsplan erstellen, Lernziele definieren, Kooperation mit Berufsschule
  3. Ausbildung durchführen: Lernmethoden, Motivation, Feedback, Umgang mit Konflikten
  4. Ausbildung abschließen: Prüfungsvorbereitung, Zeugniserstellung, Übernahme

Ablauf der Prüfung

Schriftliche Prüfung: 180 Minuten, Multiple-Choice-Aufgaben und offene Fragen zu allen vier Handlungsfeldern. Sie brauchen mindestens 50% der Punkte zum Bestehen.

Praktische Prüfung: Eine Unterweisung oder Präsentation (ca. 15 Minuten) plus Fachgespräch (ca. 15 Minuten). Sie führen eine Ausbildungssituation vor oder präsentieren ein Ausbildungskonzept.

Kosten und Dauer

Ausbilderschein (AEVO): Kosten, Dauer und Ablauf der Prüfung - illustration

Vorbereitungskurse kosten 300-800 Euro, IHK-Prüfungsgebühren ca. 170-200 Euro. Die Vorbereitung dauert in Vollzeit 1-2 Wochen, berufsbegleitend 4-6 Wochen. Auch Online-Kurse und Selbststudium sind möglich.

Förderung: Als Teil einer IHK-Aufstiegsfortbildung (Meister, Fachwirt) wird die AEVO über Aufstiegs-BAföG mitgefördert. Auch der Bildungsgutschein kann für AZAV-zertifizierte AEVO-Kurse genutzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie schwer ist die AEVO-Prüfung?

Die Durchfallquote liegt bei 10-15% – deutlich niedriger als bei anderen IHK-Prüfungen. Mit einer soliden Vorbereitung (2-4 Wochen regelmäßiges Lernen) ist die Prüfung gut machbar.

Muss ich den Ausbilderschein regelmäßig erneuern?

Nein, der Ausbilderschein gilt unbefristet. Es gibt keine Pflicht zur Auffrischung, obwohl regelmäßige Fortbildungen in Pädagogik empfohlen werden.

Kann ich den AEVO-Kurs online machen?

Ja, viele Anbieter haben Online-Kurse im Programm. Die schriftliche IHK-Prüfung findet in Präsenz statt, die praktische Prüfung kann je nach IHK auch online abgelegt werden.

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