Immobilienmakler IHK: Weiterbildung, Pflichtschulungen und Karrierechancen

Immobilienmakler ist einer der wenigen Berufe, die man ohne formale Ausbildung ausüben kann – zumindest theoretisch. In der Praxis zeigt sich: Wer ohne Qualifikation startet, hat es schwer. Die IHK bietet strukturierte Weiterbildungswege, und seit 2018 gibt es sogar eine gesetzliche Weiterbildungspflicht.

Die gesetzliche Weiterbildungspflicht

Immobilienmakler IHK: Weiterbildung, Pflichtschulungen und Karrierechancen

Seit August 2018 müssen Immobilienmakler und WEG-Verwalter 20 Stunden Weiterbildung in 3 Jahren nachweisen (§ 34c Abs. 2a GewO). Die Pflicht gilt auch für angestellte Makler, die unmittelbar an der Maklertätigkeit mitwirken.

Anerkannte Themen: Maklerrecht, Grundstücksrecht, Mietrecht, Verbraucherschutz, Energieausweis, Immobilienbewertung, Wettbewerbsrecht und Gebäudetechnik.

IHK-Weiterbildungswege in der Immobilienbranche

Immobilienfachwirt (IHK)

Die wichtigste Aufstiegsfortbildung in der Branche. DQR-Niveau 6 (Bachelor-äquivalent). Inhalte: Immobilienwirtschaft, Recht, BWL, Finanzierung und Maklertätigkeit. Dauer: 12-18 Monate berufsbegleitend. Kosten: 4.000-7.000 Euro, förderfähig über Aufstiegs-BAföG.

Immobilienkaufmann/-frau (Umschulung)

Die duale Ausbildung oder Umschulung zum Immobilienkaufmann. Dauer: 2-3 Jahre (Umschulung 2 Jahre). Über Bildungsgutschein förderfähig.

IHK-Zertifikatslehrgänge

Kürzere Kurse: Immobilienverwalter (IHK), Sachkundenachweis Wohnimmobilien, Immobilienbewertung. Dauer: 2-6 Monate. Kosten: 1.000-3.000 Euro.

Karriereaussichten und Gehalt

Immobilienmakler arbeiten oft provisionsbasiert: 3-7% des Kaufpreises oder 2-3 Nettokaltmieten. Das Einkommen schwankt stark: Einsteiger verdienen 30.000-40.000 Euro, erfahrene Makler in Großstädten wie München oder Frankfurt können 60.000-100.000+ Euro erzielen. Der Immobilienfachwirt verbessert die Verdienstmöglichkeiten deutlich.

Häufig gestellte Fragen

Immobilienmakler IHK: Weiterbildung, Pflichtschulungen und Karrierechancen - illustration

Brauche ich eine Ausbildung, um Immobilienmakler zu werden?

Formal nein – Sie brauchen eine Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO und einen polizeilichen Führungszeugnis. Praktisch empfehlen wir dringend eine Qualifizierung (IHK-Zertifikat oder Immobilienfachwirt), um professionell und rechtssicher arbeiten zu können.

Was passiert, wenn ich die Pflichtweiterbildung nicht erfülle?

Die zuständige Behörde kann ein Bußgeld verhängen. Außerdem riskieren Sie bei einer Prüfung durch die Gewerbeaufsicht den Entzug Ihrer Erlaubnis nach § 34c GewO.

Kann ich als Quereinsteiger Immobilienmakler werden?

Ja, der Beruf steht grundsätzlich allen offen. Ein IHK-Zertifikatslehrgang (2-6 Monate) vermittelt die wichtigsten Grundlagen. Für eine solide Karriere empfehlen wir den Immobilienfachwirt (IHK) als umfassende Qualifizierung.

Lesen Sie auch

← Zurück zum Ratgeber

Nützliche Online-Rechner